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Samstag, 14. Februar 2009

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"Talking shit about a pretty sunset
Blanketing opinions that I'll probably regret soon"

semester vorbei oder offiziell "vorlesungsfreie zeit"

ich fliege nach china... in einem monat
ich ziehe für ein halbes jahr nach stockholm... in sechs monaten

und midlake singen:
"Let me not be too consumed with this world
Sometimes I want to go home
and stay out of sight for a long time"

und ich frage mich wo ich wohnen werde in einem jahr.
aber ein jahr ist wohl noch zu lang um es als wirkliches problem anzuerkennen.

gründe die ich mir zusammengepuzzelt habe, erwiesen sich als falsch und so habe ich meine eigene selbstgerechtigkeit aufgedeckt.

ausgegraben: das modest mouse album The Moon And The Antarctica


Myoung Ho Lee:

Samstag, 29. November 2008

neudefinition? man kann es sich zumindest einreden

ich starte mal wieder einen versuch diesen blog neu zudefinieren, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob ich ihn schon mal neudefiniert habe oder ob er nicht an sich die neudefinition meiner 'blogtätigkeit' selbst ist. (die kleinen zeichen, weil man sicherlich mein nutzen des blogs nicht wirklich als DIE art einen blog zu nutzen verstehen kann, aber das ist auch eigentlich grad völlig irrelavant)
also
ich schreibe jetzt hier mit völliger (hyperbel schon klar ;)) ausklammerung eventueller leserschaft auf was mich grad so beschäftigt (auch hier gibt es natürlich ausklammerungen)

der grund, der nutzen ist natürlich immer noch nicht klar und ein steter zwist innerhalb meiner kopfdiskurssionen. eigentlich bin ich dagegen, aber ich mag es irgendwie, was mich mal wieder überführt.

[ich würd gern so etwas wie fussnoten in blogs einführen, zumindest in diesem, dieses problem hab ich auch schon in einer anderen nachricht, die über eine gewisse kommunikationsplattform verschickt wurde erläutert, ich gespannt ob der adressat sich meiner forderung anschließt. ich könnte aber trotzdem versuchen so ein halbes ding einzuführen, alles was in eckigen klammern steht ist eigentlich nur zusätzliche beziehungsweise weiterführende information, die man zur entschließung des eintrags nicht wirklich benötigt, ergo kann sie ruhig übersprungen werden ohne ein schlechtes gewissen bereiten zu müssen, bei langerweile aber auch gerne angenommen werden.]

eigentlich hört an dieser stelle bereits die motivation für diese neudefinition bzw. deren durchführung bereits auf.

aber ich möchte noch zwei zitate hier reinsetzen:

"Es ist eine Welt gegen die Welt zu halten" (Uwe Johnson)

"Wie steht es um diejenigen unter uns, die lieber Edelbitter-Schokolade als Vollmilchschokolade essen?" (Slavoj Zizek)

Sonntag, 25. Mai 2008

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und auch der neue, johnson, erzählt vom alten, salinger.

"Entweder liegt es am Näherrücken des Weihnachtsfestes, oder die alte Dame New York Times wird nun allen Ernstes klapprig. Jetzt behauptet sie doch ohne Scham, es gebe einen westdeutschen Schriftsteller namens Günther Glass. Schon das th ist falsch, und das andere kann doch nicht sein. Ob die New York Times nicht weiß, daß mit der Familie Glass ein anderer Schriftsteller sein Leben zubringt, Jerome D. Salinger in Westport, Connecticut."

aber die jahrestage werden etwas. kein zitatbuch wie stiller, ein stimmungsbuch. ein verlierbuch, ein fluchtbuch, ein buch das einem menschen schenkt. (wer es nicht gelesen hat, würde sagen sie waren nur gedanken, aber der hat es eben auch nicht gelesen.)

Donnerstag, 3. April 2008

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eine postkarte die ich mir heute gekauft habe.

keiner hat das recht zu gehorchen, denn gehorchen bedeutet zu handeln ohne nachzudenken, zu handeln ohne sich zu überlegen, ob es gut oder schlecht ist, was man tut, ohne reflexion, nicht zu bedenken, welche auswirkungen die handlungen haben und ohne sich zu überlegen, welche intentionen dahinter stecken.

Montag, 24. März 2008

Protect Me From What I Want

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ich war vor kurzem im hamburger bahnhof und hab anschließend im museumsshop eine postkarte mit eben diesem spruch von jenny holzer gekauft. klebt jetzt an unserem kühlschrank.
irgendwie mag ich diese textkunst.
zwei links zu jenny holzer: bei twitter und ihre truisms.
einige meiner favoriten:

AT TIMES INACTIVITY IS PREFERABLE TO MINDLESS FUNCTIONING

CONFUSING YOURSELF IS A WAY TO STAY HONEST

DREAMING WHILE AWAKE IS A FRIGHTENING CONTRADICTION

FAKE OR REAL INDIFFERENCE IS A POWERFUL PERSONAL WEAPON

WISHING THINGS AWAY IS NOT EFFECTIVE

YOU ARE A VICTIM OF THE RULES YOU LIVE BY

OFFER VERY LITTLE INFORMATION ABOUT YOURSELF

IDEALS ARE REPLACED BY CONVENTIONAL GOALS AT A CERTAIN AGE

PLANNING FOR THE FUTURE IS ESCAPISM

WHEN SOMETHING TERRIBLE HAPPENS PEOPLE WAKE UP

BEING SURE OF YOURSELF MEANS YOU'RE A FOOL

SPENDING TOO MUCH TIME ON SELF-IMPROVEMENT IS ANTISOCIAL

IGNORING ENEMIES IS THE BEST WAY TO FIGHT

A STRONG SENSE OF DUTY IMPRISONS YOU

BEING ALONE WITH YOURSELF IS INCREASINGLY UNPOPULAR

A SINGLE EVENT CAN HAVE INFINITELY MANY INTERPRETATIONS


und wer bei der überschrift an placebo gedacht hat... die wurden davon inspiriert.

Montag, 11. Februar 2008

Seite Vierhundertvierundzwanzig bis Vierhundertfünfundzwanzig

"Es gibt zwei Auswege, die zu nichts führen; wir töten unsere primitiven und also unwürdigen Gefühle ab, soweit als möglich, auf die Gefahr hin, daß dadurch das Gefühlsleben überhaupt abgetötet wird, oder wir geben unseren unwürdigen Gefühlen einfach einen anderen Namen. Wir lügen sie um. Wir etikettieren sie nach dem Wunsch unseres Bewußtseins, Je weniger unser Bewußtsein, je belesener, ums so zahlreicher und um so nobler unsere Hintertüren, um so geistvoller die Selbstbelügung; man kann sich ein Leben lang damit unterhalten, und zwar vortrefflich, nur kommt man damit nicht zum Leben, sondern unweigerlich in die Selbstentfremdung. Beispielsweise können wir uns den Mangel an Mut, einmal in die Knie zu gehen, unschwer als Haltung auslegen, die Angst vor Selbstverwirklichung unschwer als Selbstlosigkeit und so fort. Die meisten von uns wissen nur allzu gut, was sie in dieser oder jener Situation empfinden sollten, beziehungsweise nicht empfinden dürften, und haben selbst bei gutem Willen bereits die allergrößte Mühe herauszufinden, welcher Art ihre tatsächlich vorhandenen Gefühle sind. Das ist ein übler Zustand. Sarkasmus allem Gefühl gegenüber ist das klassische Symptom dafür... Zur Selbstüberforderung gehört unweigerlich eine falsche Art von schlechtem Gewissen. Einer nimmt es sich übel, kein Genie zu sein, ein anderer nimmt es sich übel, trotz guter Erziehung kein Heiliger zu sein, und Stiller nahm es sich übel, kein Spanienkämpfer zu sein... Es ist merkwürdig, was sich uns, sobald wir in der Selbstüberforderung und damit in der Selbstentfremdung sind, nicht alles als Gewissen anbietet. Die innere Stimme, die berühmte, ist oft genug nur die kokette Stimme eines Pseudo-Ich, das nicht duldet, daß ich es endlich aufgebe, daß ich mich selbst erkenne, und es mit allen Listen der Eitelkeit, nötigenfalls sogar mit Falschmeldungen aus dem Himmel versucht, mich an meine tödliche Selbstüberforderung zu fesseln. Wir sehen wohl unsere Niederlagen, aber begreifen sie nicht als Signale, als Konsequenzen eines verkehrten Strebens, eines Strebens weg von unserem Selbst. Merkwürdigerweise ist ja die Richtung unserer Eitelkeit nicht, wie es zu sein scheint, eine Richtung auf unser Selbst, sondern weg von unserem Selbst."

(Max Frisch - Stiller)
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seltsamerweise stoße ich immer auf diese textstellen, die ich hier reinstelle, an genau der gleichen stelle. wenn ich von der ubahn komme und auf die sbahn warte, auf einer eingebeulten bank mit blick auf eine autowerkstatt. und immer frieren meine finger.

Dienstag, 5. Februar 2008

Seite zweihundertachtundfünfzig bis zweihunderteinundsechzig

"Wahrscheinlich kann es überhaupt keine Freiheit geben, wie man sie hierzulande zu haben behauptet; es gibt nur Unterschiede in der Unfreiheit, und ich gebe gerne zu, daß sie eine vergleichsweise milde Form von Unfreiheit haben. Sie werden mich nicht erschießen. Dafür bin ich ihnen denn auch sehr dankbar, doch nicht verpflichtet, die landesüblichen Verlogenheiten zu lieben. Er nennt es anders, ich weiß, die Verlogenheit in ihrer gefährlichsten Form, nämlich wenn sie mit der Fahne antritt, mit dem Anspruch, heilig und unantastbar zu sein; er nennt das Vaterlandsliebe. Es ist blöd von mir, daß ich mich immer wieder bis zur Ernsthaftigkeit aufrege.
[...]
Überhaupt fürchten sie sich vor jeder offenen Frage; sie denken immer gerade so weit, wie sie die Antwort schon in der Tasche haben, eine praktische Antwort, eine Antwort, die ihnen nützlich ist. Und insofern denken sie überhaupt nicht; sie rechtfertigen nur. Sie wagen unter keinen Umständen, sich selbst in Zweifel zu ziehen. Ist das nicht gerade das Zeichen geistiger Unfreiheit?
[...]
Wozu soll ich es sagen vor versammelter Presse? Wozu böses Blut machen? Wozu die Leute beleidigen? Am Ende ist es doch nur meine Sache, ob ich jemals frei werde, frei auch von ihnen; eine sehr einsame Sache."
(Max Frisch - Stiller)
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dieses buch entwickelt sich langsam zu einer wahren schatztruhe...

Sonntag, 3. Februar 2008

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"Ein Mensch hat so viele soziale Ichs, wie es Personen gibt, die von ihm Notiz nehmen"
(William James)

Seite Dreiundachtzig

Man kann alles erzählen, nur nicht sein wirkliches Leben; - diese Unmöglichkeit ist es, was uns verurteilt, zu bleiben, wie unsere Gefährten uns sehen und spiegeln, sie, die vorgeben, mich zu kennen, sie , die sich als meine Freunde bezeichnen und nimmer gestatten, daß ich mich wandle, und jedes Wunder (was ich nicht erzählen kann, das Unaussprechliche, was ich nicht beweisen kann) zuschanden machen – nur um sagen zu können:

„Ich kenne dich.“

(Max Frisch – Stiller)